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Kauftipps

Kauftipps – worauf Sie achten sollten !

(unsere unverbindliche, persönliche Meinung nach ausgiebiger Recherche , also ohne Gewährleistung)

 

Tinyhouse –der Grundgedanke

Sie möchten klein, smart,  und möglichst umweltbewusst wohnen. Eine schöne Idee, egal ob in einem Tinydorf, in der Natur oder z.B. in der Stadt z.B. als Studentenwohnung.

Vor dem Kauf machen Sie sich bitte Gedanken, welchen Zweck Sie mit Ihrem Tinyhouse verfolgen. Wenn Sie viel rumreisen möchten, sollten Sie sich für einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil entscheiden.

Ein Tinyhouse kann man in der Regel transportieren, ist aber fast nie für den laufenden Transport geeignet. Wenn Sie also alle paar Jahre mal den Standort ändern, wenn z.B. ein Pachtvertrag für das Grundstück ausläuft oder Sie mal woanders wohnen möchten, sollte das bei einem hochwertigen Produkt kein Problem sein.

 

Tinyhouse –Preise

Seien Sie sich aber bewusst, dass ein Tinyhouse – auf die Quadratmeter Wohnfläche bezogen- nicht preiswerter ist wie ein normales Haus, zumindest dann nicht, wenn ökologisch und qualitativ hochwertig „gebaut“ wird.  Ein realistischer Preis liegt zwischen  € 2100,–/m² und € 2350,–/m² zzgl. Inventar bzw. spezieller Einbaumöbel, Elektrogeräte etc. .

Bei preiswerteren Anbietern stimmt dann  wahrscheinlich die Qualität, der Wandaufbau/Isolierung, die Statik,  die Tranporteigenschaften, die Feuchtigkeitsabsorbation, Langlebigkeit  oder sonstiges nicht.

Realistische Preise für ein qualitativ gutes Tinyhouse beginnen bei gut € 37.500,– zzgl. Einbaumöbel und Elektrogeräte. Nach oben gibt es kaum Grenzen.

Berücksichtigen Sie bitte auch, wenn Sie die vorgenannten Preise für hoch halten

  1. hochwertige funktionale Möbel sind keine Standardware und werden meist in Einzelanfertigung hergestellt.
  2. Ein gutes Tinyhouse sollte auch über eine Statik verfügen (Architektenkosten)
  3. Ein zukunftsträchtiges, gut gedämmtes Tinyhouse sollte der ENEV entsprechen
  4. Ein solides Fahrgestell/Boden/Fundament liegt bei über € 4000,–
  5. Gut gedämmte Fenster und Türen, die auch eine Mindestgröße haben sollten um hell und freundlich wohnen zu können und um die Aussicht geniessen zu können, haben Ihren Preis und sind nicht mit Baumarktfenstern zu vergleichen.
  6. Abgesehen von der Zeit der Vorplanung und den Materialkosten, die Sie nicht unterschätzen sollten benötigen Sie je nach Erfahrung und Qualifikation ca. 150 bis 200 Arbeitsstunden. Ein Unternehmer kalkuliert mit ca. € 52,–/ die Facharbeiterstunde, so dass alleine hier Kosten von gut € 9.000,– anfallen.

 

PKW-Anhängerfahrgestell

Die typischen Tinyhouses sind auf Anhängerfahrgestellen für PKW aufgebaut, manche auf einer Stahlplattform (Pritsche), die fast jeder LKW problemlos transportieren kann, ohne Kran und Hilfsmittel.

Bei Tinyhouses auf PKW Anhängerfahrgestellen beachten Sie bitte die Gewichtsbegrenzung von 3,5 Tonnen für den Strassentransport. Oft wird diese Gewichtsbegrenzung überschritten, meist bereits wenn  Möbel oder Elektrogeräte eingebaut werden. Denken Sie bitte immer daran, Sie haften, wenn es im Strassenverkehr zu einem Unfall kommen sollte.

Bitte bedenken Sie bei einem Kauf auch, Sie benötigen zum Transport ein Zugfahrzeug, welches 3,5 Tonnen ziehen darf.  Hier gibt es relativ wenige Fahrzeuge in Deutschland, die dies dürfen. Auch berücksichtigen Sie bitte bei Ihren Überlegungen, dass der Anhänger regelmässig vom TÜV abgenommen werden muss, das solch ein Tinyhouse –wie auch ein Wohnwagen – aufgebockt werden sollte, da ansonsten die Reifen durch das ständige Gewicht leiden.

Sollten Sie also nach einigen Jahren das Tinyhouse versetzen und über die Strasse transportieren wollen, fehlt die TÜV-Abnahme, die Reifen sind gealtert und einseitig ausgebeult und oft nicht mehr zu gebrauchen, abgesehen von den gealterten Bremsleitungen, der Bremsflüssigkeit und dem Flugrost an Teilen der Bremsanlage.

Dann achten Sie sowohl beim Selbstbau wie auch beim Kauf darauf, wie das Tinyhouse auf dem Fahrgestell des Anhängers befestigt ist. Wenn es fest auf dem Anhänger montiert ist, muss auch der Aufbau bzw. das Tinyhouse abgenommen und geprüft werden von TÜV/DEKRA. Hier wird von Verkäufern sehr oft Unsinn erzählt. Nur wenn es ohne großen Aufwand demontierbar ist, gilt es als Ladung und muss nicht abgenommen werden. Wir kennen nur einen einzigen Hersteller der für das Haus und den Anhänger eine TÜV/DEKRA Abnahme hat.

 

Transport des Aufbaues

Wie bereits oben erwähnt, ist ein Tinyhouse nicht für den regelmässigen Transport konzipiert.

Achten Sie aber bitte darauf, wenn ein Tinyhouse über die Strasse transportiert wird, kann es theoretisch mit bis zu 80 Kilometer die Stunde bewegt werden. Wenn jetzt noch leichter Wind aufkommt, muss das „Haus“ Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h aushalten können.

Hier sollten Sie also beim Erwerb bzw. beim Eigenbau darauf achten, dass es eine entsprechende Statik gibt, die leider nicht ganz preiswert ist. Gerade beim Eigenbau und auch beim „kleinen Handwerksunternehmen  wird dieser Punkt oft unterschätzt.

 

Die Sicherheit für alle Menschen im öffentlichen Straßenverkehr muss oberstes Gebot sein. Hier dürfen keine Kompromisse gemacht werden.

 

Isolierung und Wandaufbau

Wie auch oben schon mal erwähnt, sollte der Wandaufbau (meist ein Holzständerwerk) eine für einen Transport notwendige Stabilität aufweisen. Dies bedeutet, dass entsprechend dickes (KVH) Konstruktionsvollholz zum Einsatz kommt, was leider nicht üblich ist und wo am falschen Ende gespart wird.

Dann achten Sie bitte auch auf eine entsprechende Isolierung, denn ansonsten heizt sich die „Bude“ im Sommer enorm auf und im Winter bekommen Sie es nicht warm. Unser Tinyhouse „Diogenes-living at home-  entspricht z.B. der Energieeinsparverordnung. Auch sollte eine Dampfsperre(*1) eingezogen sein, denn in solch kleinen Räumen darf man die Ausdünstungen des Menschen nicht ausser acht lassen. Dem Taupunkt ist also hier besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Ansonsten ist der Schimmel vorprogrammiert. Leider wird dieser Schimmel  meist erst entdeckt, wenn es im Innenraum Ausblühungen gibt. Dann sind aber die Aussenwände schon lange in den  Zwischenraum verseucht bzw. verschimmelt.

Das gleiche gilt natürlich für den Boden- und den Dachaufbau. Hierbei ist sowohl dem Boden wie auch dem Dach besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Der Boden ist meist Nahe dem feuchten Erdboden und fault daher umso schneller. Das Dach sollte so gestaltet sein, dass es wirklich dicht ist  (wir geben 20 Jahre Garantie auf den Dachaufbau) und vor allem, dass es wie wir im Norden sagen „ nicht klöttert“. Damit meinen wir, dass man das Regenprasseln kaum hört. Daher raten wir auch von Blechdächern ab.  Hier hört man den kleinsten Regentropfen. Und das ist weder beim konzentrierten Arbeiten noch beim Einschlafen angenehm.

 

Die Statik

Was Heimwerker meistens nicht berücksichtigen: Für jede individuelle straßenzugelassene Tiny-House-Konstruktion ist eine eigene Statik zu erstellen wie bei jedem Bauwerk. Diese muss von einem Statiker erstellt werden und kostet richtig Geld. Abgesehen davon haben viele Statiker Probleme dies zu berechnen, da nicht nur die Stabilität des Holzständerwerkes an sich berechnet werden muss sondern auch die beim Transport auftretenden Windgeschwindigkeiten berücksichtigt werden müssen. Professionelle Hersteller haben so etwas allein schon zur Reduzierung der eigenen Haftungsrisiken

 

Die Heizung

Heizleistung und Wärme sind Diskussionsthemen ohne Ende im Internet. Wir raten grundsätzlich von Holzöfen ab, die manch umweltbewusster Freak unbedingt in seinem Tiny haben möchte.

  1. Ein Holzofen lässt sich nicht ausreichend regulieren in dem kleinen Raum. Entweder es ist zu heiss oder es ist zu kalt.
  2. Es besteht Erstickungsgefahr, da die Luft in solch einem kleinen Raum schnell verbraucht ist. Der Zu- und Abluft ist hier also besonderer Aufmerksamkeit zu widmen.
  3. Wenn nicht besondere (übrigens sehr teuer) Filter eingesetzt werden, ist die Umweltbelastung (Feinstaub) bei einem offenen Kamin sehr hoch. Fragen Sie mal Ihren Schornsteinfeger, derzeit werden viele offene Kamine in Privathäusern still gelegt weil Sie zur Luftverschmutzung beitragen.

Gasheizungen sind eine weitere Möglichkeit, hier gilt es aber die dann notwendigen regelmässigen Gasprüfungen einzuhalten sowie für genügend Luftzufuhr zu sorgen.

Da bei einer guten Isolierung der Energieverbrauch in solch kleinen „Tinyhäusern“ sowieso nicht sehr hoch ist, empfehlen wir  Infrarotheizungen, wenn ein Stromanschluss vorhanden ist.

Sollte Ihr Tiny autark betrieben werden, empfehlen wir eine moderne Dieselheizung, die zusätzlich auch das Warmwasser aufbereitet. Diese Heizungen werden in hochwertigen Wohnmobilen eingebaut, genauso wie im Yachtbau. Geruch und Geräusche sind bei diesen modernen Aggregaten so  gut wie nicht mehr zu vorhanden.

 

Der Strom

Auch ein Thema, welches im Internet heiss diskutiert wird. Vergessen Sie bei diesen kleinen Dachflächen und ev. Wandflächen Solarpanele. Diese reichen vielleicht aus um Ihr Handy, Ihren PC und ein paar LED Lampen zu betreiben oder Radio zu hören, aber für viel mehr  auch nicht. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man also einen vorhandenen  Stromanschluss nutzen.

Wenn dieser nicht vorhanden ist, sollte man unter Preis-/Nutzen- und Effektivitätspunkten   über einen Diesel Stromerzeuger nachdenken, zwischenzeitlich kaum noch zu hören,  abgasarm und sparsam. Die meisten anderen sinnvollen Alternativen stehen in keinem vernünftigen Preis-/Leistungsverhältnis.

 

Der Stellplatz

Einen  Stellplatz für ein typisches Tinyhouse auf Rädern zu finden ist oft ein Problem. Also bitte erst das Grundstück bzw. die Abstellfläche suchen und dann erst selbst bauen oder kaufen.

Es soll Lösungen geben, für die man keine Baugenehmigung benötigt. Wenn z.B.
– das Haus auf Rädern steht und bewegt werden kann
– wenn es auf einer Pritsche steht und jederzeit transportfähig ist, gilt es als Ladung.
– als Gartenhaus auf eigenem Grundstück steht und eine gewisse Kubatur nicht überschritten wird
– das  Grundstück noch Nutzflächen ausweist z.B. bei Hotels, Bauerngehöften, Reitställen, u.v.a.m.

Wenn sie ihr Tiny House offiziell bewohnen möchten, sollten sie in jedem Fall eine Genehmigung der Örtlichen Gemeinde einholen. Die Bestimmungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und hängen auch von der Kooperation des jeweiligen Sachbearbeiters ab. Die Zustimmung der Nachbarn sollte ebenfalls gewährleistet sein. Im einfachsten Fall lässt sich das Problem mit einer Stellplatzgenehmigung auf dem eigenen Grundstück lösen.

Die sicherlich aussichtsreichste Voraussetzung für einen Antrag ist ein erschlossenes Baugrundstück im sogenannten Innenbereich einer Gemeinde vorweisen zu können.

Alternativ können Tiny Houses meist auch in Ferien- oder Wochenendhausgebieten und auf Campingplätzen aufgestellt und bewohnt werden. Ob eine Anmeldung als Erstwohnsitz möglich ist, muss mit dem Betreiber geklärt werden.

Dass man ein Leben lang in einem mobilen Heim wohnen kann und das ganz legal, zeigt das Wagendorf Karow am Rande Berlins. Hier leben 180 Menschen als Gemeinschaft zusammen, ihre Unterkünfte reichen von einfachen Blech- oder Zinkbauwagen bis hin zu größeren luxuriösen Holzhäusern – alle stehen auf Rädern und sind umgeben von Grün.

Das Wagendorf gilt durch seine Umweltprojekte und die Gemeinschafsidee als „Sondernutzungsfläche“ mit experimentellem Charakter. Im bayerischen Fichtelgebirge wurde auf einem 17.000 Quadratmeter großen Grundstück vor einigen Monaten Deutschlands erstes Tiny House Village eröffnet.

Das wichtigste für Sie, bezogen auf unser Tinyhouse „Diogenes-living at home“ :

Ihr Stellplatz sollte für einen LKW zugänglich sein und die Stützen sollten auf einem befestigten Untergrund stehen bzw. mit Stahlplatten oder Betonsteinen unterlegt werden.

Unser Tiny-House Diogenes dürfte eines der wenigen transportablen Häuser sein, die sowohl über eine Statik verfügt wie auch über eine Wärmebedarfsberechnung, also Baugenehmigungsfähig.

Im Baurecht gelten sowohl national, als auch regional sehr unterschiedliche Bestimmungen. Auch was unter „temporärer Nutzung“ zu verstehen ist, liegt häufig im Ermessen der zuständigen Behörde. Für alle baulichen Anlagen, die im Erdboden verankert sind, gilt das Bauordnungsrecht.

Gebäude, die nur vorübergehend aufgestellt werden oder nur für einen vorübergehenden Aufenthalt bestimmt sind, gelten in den Bauordnungen als Behelfs- bzw. untergeordnete Bauten. In diesem Bereich spielt dann z.B. die Größe des Baus eine maßgebliche Rolle.

Mit unseren 45m³ Rauminhalt liegen wir mit Diogenes –Living at home- , unter den meisten örtlichen Bestimmungen.

Grundsätzlich empfehlen wir das vorab mit Ihrer Baubehörde zu besprechen. Nehmen Sie zum ersten Gespräch mit Ihrem Bauamt einige Fotos von Tiny Houses mit. Das erleichtert dem Sachbearbeiter/in Ihr Vorhaben besser einzuschätzen. Vermeiden Sie bei dem Gespräch die Begriffe Bauwagen, Zirkuswagen. Bauwagen sind meist nicht gern gesehen, weil sie oft unansehnlich , angemalt oder verrostet sind. Ein Tiny House hingegen hat ein ordentliches Erscheinungsbild und wird bei Behörden zunehmend als alternativer Wohnraum anerkannt.

Im einfachsten Fall lässt sich das Problem mit einer Stellplatzgenehmigung auf dem eigenen Grundstück lösen, oder  eventuell erst einmal unausgebaut –ohne Genehmigung-  als Gartenschuppen.

 

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(*1) Das Prinzip der Dämmung ist immer Gleich:  feuchtwarme Innenraumluft darf nicht in die Isolation oder die Zwischenräume gelangen. D.,h. man muss dafür sorgen, dass hinter der Innenwand mit Dampfsperre oder Dampfbremse keine feuchtwarme Luft in die Isolation eindringen kann. Nach außen hin sollte der Wandaufbau „diffusionsoffen“ sein, damit evtl. vorhandene Feuchtigkeit nach außen gelangen kann.

Ein Beispiel: Bei einer Hütte wird das Blechdach von innen  mit Styropor gedämmt und mit einer Holzverschalung versehen. Der Effekt: Die feuchte Wärme des Innenraumes kann durch die Ritzen der Styropordämmung bis zum kalten Blechdach dringen, kondensierte dort und tropfte herunter auf die Innenverkleidung und es fängt an zu schimmeln.

Der physikalische Effekt: Die Luftfeuchtigkeit in warmer Luft an kühlen Gegenständen kondensiert. Z.B. Wenn man im Winter mit einer kalten Brille in ein warmes Zimmer kommt, beschlagen die Gläser. Übertragen auf ein Bauwerk: Die Kälte der Außenluft „kriecht“ in die Dämmung hinein, die Wärme des Innenraums „kriecht“ ebenfalls in die Dämmung. Irgendwo begegnen sich Kälte und Wärme, je nach Luftfeuchtigkeit bildet sich bei einer bestimmten Temperatur der „Taupunkt“. (Kann man auch genau berechnen, ist aber eine Wissenschaft für sich.)  Das ist der Punkt, an dem die feuchtwarme Innenraumluft -wenn man ihr Eindringen in die Isolation nicht verhindert hat – kondensiert. Da das bei Billigprodukten meist nicht berücksichtigt wird und die Bewohner es meist auch sehr spät bemerken (erst wenn der Schimmel von innen sichtbar wird) wohnt man lange in einem schimmelverseuchten Raum.

 

 

Sollten Sie weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns bitte unter korbmacher@officevan.de